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Deep Story #89 | der Verdacht | Hover

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Heute interpretiert Hover für uns den neuesten Teil der Geschichte von unserem Gastautor Simon Rucker. Das berliner Multitalent mit einem Fai¬ble fürs komisch Elektronische greift mit seinem Intro humoristisch die Lage des Protagonisten auf. Das Geheimnis der Insel scheint jetzt ein Gesicht zu bekommen und der Hauptdarsteller sollte schnellsten lernen, wie man sich in diesem Dschungel effektiv zur Wehr setzt. Ob er da bei auch so bärenstarke Hilfe bekommt? Ein paar Tage später saß ich unten am Strand. Mein Feuer war erloschen, es kümmerte mich nicht mehr. Rücksichtslos wühlten sich die Gedanken an meinen Irrweg im nächtlichen Dschungel durch die viel zu engen Windungen meines Hinterkopfes. Meinen Irrweg in der Nacht, die auf das Unwetter gefolgt war. Die Gedanken daran, dass es mehr gewesen war als das übliche Nichts, was ich schließlich an der Stelle gefunden hatte, von der aus das Licht gekommen sein musste. Die Reste eines Mahls hatten verstreut unter den Bäumen gelegen. Kleine Knöchelchen, Reste von Haut und Gedärm. Aber das war nicht der Grund meiner Sorge und meiner Erregung gewesen. Jedenfalls war es nicht der allergrößte Grund gewesen. Der hatte sich nämlich knapp vierzig Meter weiter zwischen den Bäumen befunden. Während ich zwei, drei Steinchen ins ruhige Wasser des grauen Ozeans warf, während ich weiter hin und her dachte und überlegte und verwarf, begann es leise zu nieseln. Warme Tröpfchen legten einen perlenden Teppich auf meine langen garstigen Haare. Rinnsale fanden den Weg über meinen Rücken, meine Brust bis hinunter in den Sand. Die Sonne verschwand langsam wieder hinter den Wolken. Ich schloss meine Augen. Es bestand kein Zweifel mehr. Ich hatte hier etwas entdeckt. Etwas Unbekanntes. Etwas Außergewöhnliches. Hier ging etwas vor sich, was größerer Aufmerksamkeit bedurfte. Mehr als mein Feuer, mehr als meine Höhle, mehr als der Rest der Welt. Zwei bleiche Körperchen hatten sich zwischen den verkrüppelten Ästen bewegt. Sonderbar lang. Auffällig weiß. Arme, Beine, Köpfe. Merkwürdig dünn und feingliedrig. Und doch den meinen nicht unähnlich. Und dann, wieder ein Blitz. Eines der beiden Geschöpfe hatte etwas in seiner Hand gehalten. Es richtete das Ding in meine Richtung. Was zum Teufel?! Dann wieder ein Blitz. Langsam war sein Glanz in der sich ausbreitenden Dunkelheit verloschen. Dort war sie nun also vor mir gewesen. Die Quelle des mir schon so oft erschienenen Leuchtens. Dann war nichts mehr zu sehen. Ich war den beiden Körperchen hinterhergerannt. Gestolpert durch die Dunkelheit, hatte meine Lampe fallengelassen. Nichts mehr. Ich war alleine gewesen. Alleine, wie sonst auch, in meinem widerlichen Dschungel auf meiner verfluchten Insel. Mitten in einer langen und feindseligen Nacht.

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Text by:
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